Sommerzeit – die Rebe liebt es heiss, aber auch einen lauen Sommerregen

Ist der Wettergott der Natur gut geneigt, so geht es auch den Reben gut. Wärme und gelegentlich ein Regentag lässt sie gut gedeihen. Glücklich die Rebleute, wenn weder Frost, noch Nässe, noch Hagel die Aussicht auf eine gute Ernte nicht in weite Ferne rückt.
Rebberg mit altem Riegelhaus, genannt Haus auf dem Berg

Die Rebentriebe müssen laufend in die Drähte eingeschlauft werden, damit sie nicht in einem Wirrwarr herumhängen, und auch damit sie der Wind nicht abbrechen kann.
Im Stickelbau (jede Rebe steht an einem Stickel, fester Stecken) werden die Triebe an den Stickel gebunden. Diese Art der Rebenbearbeitung ist zeitaufwändiger. Auf dem Bild sind die so genannten Gabeln gut sichtbar. Diese schlingen sich zusätzlich an die Drähte, oder eben an das was sie erreichen können.

Gabeln, die sich im Sommer um die Drähte schlangen und bis zum Frühling verholzen, sind recht zäh zum Entfernen.
Wie heisst doch das Sprichwort: „Es ist noch kein Baum in den Himmel gewachsen.“ Natürlich auch keine Rebe, wäre ja gar nicht möglich, man lässt sie ja nur in eine gewisse Höhe wachsen, dann wird sie einfach geköpft. „Kappen“, oder „Oben abnehmen“ nennt man diese Arbeit. Sie wird nun bestrebt sein, neue Seitentriebe zu bilden, (Geizen) deren Blätter den Trauben wieder Assimilate (Nahrung) zuführen, die für den Rebenhaushalt sehr wichtig sind.
Es ist sehr wichtig, dass die Triebe locker gehalten werden. Darum werden einzelne Blätter entfernt. Locker gehaltene Triebe werden eher durchlüftet, trocknen schneller ab, bekommen mehr Licht, können sich somit besser entwickeln, und sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten. (Weniger Pflanzenschutzmittel).
Ein Augenmerk wird immer wieder auf die locker gehaltenen Trauben gehalten. Sie dürfen nicht übereinander hängen, die Blätter dürfen sie nicht beschatten, d.h. auch, man muss sie früh an die Sonneneinstrahlung gewöhnen, damit sie später keinen Sonnenbrand bekommen. Freihängende Trauben trocknen besser ab und sind weniger anfällig auf Fäulnis.
Die Trauben fangen an, sich langsam zu färben. Farbumschlag heisst es in der Fachsprache. Die Trauben „scheggen“ (scheckig), sagt man hier im Dialekt. Nochmals wird auf Traubenqualität hin gearbeitet. Trauben die noch keine Farbe aufweisen, zu eng beieinander stehen, oder wenn zu viele an einem Stock hängen, werden auf den Boden geschnitten. Eine Arbeit, die dem Rebbauer Herzweh bereitet.
Besonnte Trauben weisen eine bessere Qualität auf.
Der Star, ein hübscher Vogel und „blitzgescheit“. Ihm muss man nicht sagen, wann die Trauben süss werden. In grossen Schwärmen versucht er, über die Trauben herzufallen. Würde ihnen dies gelingen, wären in ein paar Stunden ganze Parzellen leer gepickt, oder die Beeren mit seinen krallenartigen Zehen zermatscht.
(Maier Robert / Sutter)
Damit dem Rebbauer aber nicht noch in „letzter Minute“ die Ernte, und damit sein Verdienst von den Staren zunichte gemacht werden kann, müssen die Trauben mit Netzen geschützt werden. Die Enden der Netze müssen über dem Boden straff gespannt werden, oder es müssen zusätzlich spezielle Randnetze verwendet werden. Damit kann man verhindern, dass sich Igel darin verfangen. Auch müssen die Vogelabwehrnetze ständig kontrolliert werden.