Im Herbst hat die Rebe den Rebleuten mit süssen Trauben gedankt. Dann hat sie die Blätter fallen gelassen und das Holz zur Reife gebracht (die grünen Triebe verholzen). Nun ist sie müde, denn oft musste sie gegen extreme Wetterverhältnisse ankämpfen, oft wollten Schädlinge über sie herfallen, und vor allem musste sie den Trauben Nahrung zuführen. (Assimilate).



Die Rebe hat sich einhüllen lassen vom Winterschlaf, ruht sich aus und träumt dem Frühling entgegen. Sie hat gut ruhen, hat sie doch im Laufe des vergangenen Sommers in der Blattachse neue Knospen für den Frühlingsaustrieb gebildet. Diese Knospe nennt man Winterknospe. Damit die Knospe im Winter nicht erfriert, ist sie mit einer harten Decke aus Blattschuppen umgeben, den Innenteil umhüllt mit feinen isolierenden Wollhaaren. In ihrem Innern ruhen geborgen die für den Austrieb bestimmten Ranken, Blätter und Gescheine. (Träubchen) Solche Erkenntnisse müssen den Menschen doch in Ehrfurcht versetzen, doch wie oft ist uns das Naturgeschehen selbstverständlich.